Skip to main content
48 Stunden in München — ein praktischer Zwei-Tage-Reiseplan

48 Stunden in München — ein praktischer Zwei-Tage-Reiseplan

Vor der Ankunft: Was 48 Stunden schaffen — und was nicht

Zwei Tage in München reichen aus, um den Charakter der Stadt zu verstehen, gut zu essen und die schönsten Freiräume zu entdecken. Für einen Tagesausflug nach Neuschwanstein oder Salzburg bleibt dabei keine Zeit. Diese Entscheidung sollte früh getroffen werden: Wenn die Schlösser oder Österreich Priorität haben, den Reiseplan umstrukturieren und einen der zwei Tage für einen Ausflug reservieren. Steht München selbst im Mittelpunkt, einfach dem folgenden Plan folgen.

Dieser Reiseplan richtet sich an Erstbesucher, die zwei Nächte im Stadtzentrum verbringen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren und kein Mietauto nutzen.


Tag 1: Altstadt, Geschichte und ein Abend im Biergarten

Morgen: Marienplatz und die Altstadt

Pünktlich um 9:00 Uhr am Marienplatz beginnen. Das Glockenspiel spielt um 11:00 Uhr, aber vorher gibt es viel zu sehen. Die Fassade des Rathauses (Neues Rathaus) ist beeindruckend — wer auf den Turmaufzug möchte, zahlt 7,50 EUR; die Schlange ist morgens kürzer als am Nachmittag. Die Frauenkirche liegt fünf Gehminuten westlich; der Eintritt ist frei, und die doppeltürmige Kathedrale ist Münchens markanteste Silhouette.

Von dort südwärts zum Viktualienmarkt laufen. Hier kauft München seine Lebensmittel. Lieber hier frühstücken als im Hotel — Kaffee und Butterbrezel an einem Marktstand kosten etwa 3,50–4,50 EUR.

Vormittag: die Residenz

Die Münchner Residenz ist einer der größten Palastkomplexe Europas, und die meisten Besucher gehen achtlos daran vorbei. Der Eintritt ins Residenzmuseum (Prunkräume und Appartements) kostet 9 EUR, sonntags 1 EUR. Mindestens 90 Minuten einplanen — die 130 Räume sind eindrucksvoll, und in der Schatzkammer befindet sich die Wittelsbacher Königskollektion. Unser Residenz-Reiseführer verrät, was man keinesfalls verpassen sollte.

Die Residenz liegt am Odeonsplatz, etwa 800 m nördlich des Marienplatzes. Von dort sieht man auch die Feldherrnhalle und die Theatinerkirche (freier Eintritt).

Mittagessen: in der Altstadt ohne Aufpreis essen

Die Sitzrestaurants direkt am Marienplatz meiden. Stattdessen die Sendlinger Straße hinunter zum Sendlinger Tor gehen oder etwas an den Viktualienmarkt-Ständen kaufen. Das Asam Schlössl-Bierkeller an der Thalkirchner Straße bietet gute bayerische Mittagessen; wer im Stehen essen möchte, kommt mit 6–8 EUR zurecht.

Nachmittag: Englischer Garten

Mit der U4/U5 ab Odeonsplatz eine Station bis Lehel fahren oder 15 Minuten nordöstlich von der Residenz laufen. Im Englischen Garten verbringen Münchner Einheimische Wochentagnachmittage und Wochenendmorgen. Im Sommer die Surfer am Eisbach-Kanal nahe der Prinzregentenstraßenbrücke beobachten — eine kleine, aber beeindruckende Welle, die das ganze Jahr über läuft.

Nordwärts durch den Park zum Japanischen Teehaus (Außenbesichtigung kostenlos) spazieren, dann hinauf zum Chinesischen Turm-Biergarten für die erste Maß der Reise. Bei rund 5,80 EUR pro Liter ist es einer der günstigeren Biergärten der Stadt; Steckerlfisch (gegrillter Fisch am Stiel) empfehlenswert, falls der Hunger ruft. Für Alternativen den Biergärten-Führer lesen.

Abend: Dinner und die nächtliche Altstadt

Zum Abendessen zurück in die Altstadt. Augustiner am Dom am Frauenplatz serviert echte bayerische Küche — Schweinshaxe, Weißwurst, Brezn — in einem hohen Saal ohne übermäßige Tourismusatmosphäre. Pro Person mit Getränken etwa 22–30 EUR einplanen.

Nach dem Essen durch den Marienplatz in der Dämmerung spazieren. Die Beleuchtung der Rathausfassade ist sehenswert, und die Straßen rund um das Gärtnerplatzviertel (10 Gehminuten südlich) haben eine gute Abendatmosphäre ohne die Junggesellenabschied-Dichte des Hofbräuhaus-Bereichs.


Tag 2: Nymphenburg, Maxvorstadt-Museen und ein Abschiedsbier

Morgen: Schloss Nymphenburg

Die Straßenbahnlinie 17 ab Hauptbahnhof fährt in etwa 20 Minuten direkt zum Schloss Nymphenburg. Das Schloss Nymphenburg ist die bayerische Sommerresidenz der Könige — barockes Äußeres, prunkvolle Staatsräume und ein weitläufiger Park. Eintritt in die Schlossgebäude kostet 12 EUR, sonntags 1 EUR. Das Gelände ist kostenlos und lohnt sich auch ohne Besuch des Innenbereichs.

Der Schlosskomplex umfasst das Kutschenmuseum (Marstallmuseum), das die Königskutschen Ludwigs II. zeigt — eine interessante Geschichte. Für das gesamte Gelände 2–3 Stunden einplanen. Geführte Tour durch Schloss Nymphenburg buchen

Mittagessen: Maxvorstadt und das Museumsviertel

Mit der Straßenbahn oder zu Fuß Richtung Maxvorstadt. Dies ist Münchens Museum- und Universitätsviertel, mit einer dichten Konzentration an Galerien und deutlich günstigeren Mittagsoptionen als die Altstadt. Die Straßen rund um die Theresienstraße und Gabelsbergerstraße bieten mehrere günstige Mittagsorte — Libanesische Falafelläden, Studentenmensen und bayerische Mittagsspecials für 9–12 EUR.

Nachmittag: ein Museum oder der Olympiapark

Je nach Interessen eine Wahl treffen:

Option A — Pinakothek-Museen: Die Alte Pinakothek (europäische Malerei, 14.–18. Jh.), Neue Pinakothek (19. Jh.) und Pinakothek der Moderne (20.–21. Jh.) liegen alle im Fünf-Minuten-Gehbereich voneinander. Unser Pinakothek-Führer erklärt, was sich lohnt. Sonntags kosten alle drei je 1 EUR.

Option B — Olympiapark: Der Olympiapark von 1972 liegt 20 Minuten westlich mit der U3. Das markante zeltartige Dach ist architektonisch bedeutsam; der Olympiaturm hat eine Aussichtsplattform für 11 EUR. Der Park selbst ist kostenlos und bietet einen guten Blick auf das benachbarte BMW-Gebäude. Dazu den Olympiapark-Führer lesen.

Option C — BMW Welt: Neben dem Olympiapark ist die BMW Welt Münchens auffälligstes kostenloses Erlebnis. Im Grunde ein Markenshowroom, aber ein beeindruckender. Kein Ticket nötig — einfach reingehen und umschauen. Wer das BMW Museum nebenan kombinieren möchte (10 EUR Eintritt), sollte 3 Stunden einplanen.

Später Nachmittag: Karlsplatz und die Einkaufsstraßen

Wer noch Zeit hat, geht von Karlsplatz (Stachus) entlang Kaufingerstraße und Neuhauser Straße bis Marienplatz — Münchens Hauptfußgängerzone. Der München-Einkaufsführer nennt die interessanteren Optionen jenseits der Ketten, darunter das Kaufhaus Ludwig Beck am Marienplatz für bayerische Spezialitätengeschenke.

Letzter Abend: Augustiner Keller oder Hirschgarten

Für den letzten Abend die Touristenmeile meiden und dorthin gehen, wo München hingeht. Der Augustiner Keller in der Arnulfstraße 52 (10 Gehminuten vom Hauptbahnhof) ist ein echter bayerischer Biergarten mit Essen, fairen Preisen (Maß ca. 5,20 EUR) und meist einheimischer Kundschaft an Wochenabenden. Der Hirschgarten in Nymphenburg ist größer, aber die Straßenbahnfahrt lohnt sich. München Altstadt Foodtour mit Verkostungen und Bier


Praktische Logistik

Fortbewegung

Täglich eine Tageskarte für die Innenstadt (Zone M) kaufen — 9,20 EUR. Sie gilt für alle U-Bahn-, S-Bahn-, Straßenbahn- und Buslinien. Das Stadtzentrum ist gut zu Fuß erreichbar; für längere Strecken wie Nymphenburg hauptsächlich die Tageskarte nutzen. Details zu Routen im öffentlichen Nahverkehr-Führer.

Was in 48 Stunden übersprungen werden sollte

  • Dachau: Die Gedenkstätte Dachau ist wichtig, aber aufwühlend und braucht mindestens einen halben Tag. Mit nur 48 Stunden in München lässt ein Tagesausflug zu wenig Raum für die Stadt selbst.
  • Tagesausflüge zu Schlössern: Neuschwanstein ist 2 Stunden hin und zurück. Mit mehr Zeit lohnt er sich, aber er frisst 48 Stunden auf.
  • Hofbräuhaus: Einen Blick von außen ist in Ordnung, aber das Bier ist teuer und die Atmosphäre sehr touristisch. Die Augustiner-Alternativen bieten besseres Bier zu günstigeren Preisen.

Reisezeit

Mai, Juni und September sind die besten Monate — gutes Wetter, weniger Besucher als im Juli–August, und Übernachtungspreise unter dem Sommerhoch. Wer das Oktoberfest (Ende September) plant, sollte Unterkunft viele Monate im Voraus buchen. Die München-Reisetipps behandeln saisonale Überlegungen ausführlich.


Häufig gestellte Fragen zu 48 Stunden in München

Reichen zwei Tage für München?

Sie reichen aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen und ein echtes Gefühl für die Stadt zu bekommen. Alles wird man nicht sehen, aber man geht mit dem Wunsch nach einer Rückkehr. Unser Wie viele Tage in München? Ehrliche Planung nach Reisedauer bietet eine detailliertere Aufschlüsselung.

Sollte ich mit 48 Stunden einen Tagesausflug nach Neuschwanstein machen?

Nur wenn man bereit ist, den Großteil des zweiten Tages zu opfern. Neuschwanstein liegt etwa 2 Stunden von München entfernt, Tickets müssen im Voraus gebucht werden, und die Hin- und Rückreise dauert einen ganzen Tag. Mit genau 48 Stunden ist es unrealistisch, München und Neuschwanstein beide gerecht zu werden.

Was ist die beste Gegend für 48 Stunden?

Innerhalb des Innenrings (Zone M), zu Fuß oder eine U-Bahn-Haltestelle vom Marienplatz entfernt. Die Viertel Schwabing, Maxvorstadt und Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt liegen zentral. Nicht weit weg buchen, nur um 10 EUR zu sparen — diesen Betrag gibt man für zusätzliche Fahrten wieder aus.

Gibt es Rabatte für mehrere Münchner Museen?

Ja — die Tageskarte für Museen (Tagesticket) deckt mehrere Staatsmuseen sonntags für je 1 EUR ab. Eine München CityTourCard bündelt Verkehrsmittel und Museumsrabatte; unser Museumskarten-Führer erklärt, ob sie sich für den jeweiligen Reiseplan lohnt.