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Münchens Pinakothek-Museen: Alte, Neue, Moderne und mehr

Münchens Pinakothek-Museen: Alte, Neue, Moderne und mehr

Munich: Alte Pinakothek skip-the-line and guided walking tour

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Welches Pinakothek-Museum sollte ich in München besuchen?

Bei einem Besuch: Alte Pinakothek für alte Meister (Dürer, Rubens, Raphael). Bei zwei Besuchen: zusätzlich Pinakothek der Moderne für Kunst und Design des 20. Jahrhunderts. Die Neue Pinakothek ist derzeit wegen umfangreicher Renovierung geschlossen (Wiedereröffnung voraussichtlich 2028–2029). Sonntags verlangen alle geöffneten Pinakothek-Museen nur 1 € Eintritt — das sollte man nutzen.

Münchens Kunstmuseumsviertel: Was es gibt und wie man den Besuch plant

München ist nicht primär als Kunststadt bekannt, beherbergt aber wohl die feinste Konzentration europäischer Malerei zwischen Wien und Amsterdam — und das wissen nur sehr wenige Besucher. Das Pinakothek-Viertel in Maxvorstadt, etwa 1 Kilometer nördlich der Altstadt, enthält vier große Kunstmuseen in Gehweite voneinander sowie weitere Häuser, die zusammen ein Museumsviertel von echter internationaler Bedeutung bilden.

Den Unterschied zwischen den Gebäuden zu verstehen, spart Planungszeit und verhindert den häufigen Fehler, in der Neuen Pinakothek (seit 2018 wegen Renovierung geschlossen) anzukommen und Van Gogh zu erwarten.

Die Alte Pinakothek: alte Meister vom 14. bis 18. Jahrhundert

Die Alte Pinakothek ist Münchens Gründungskunstmuseum, 1836 in einem von Leo von Klenze entworfenen Gebäude eröffnet. Die Sammlung wurde hauptsächlich von den Wittelsbacher Kurfürsten und Herzögen ab dem 16. Jahrhundert zusammengestellt und deckt die europäische Malerei von etwa 1300 bis 1800 ab.

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 10–18 Uhr. Dienstags verlängert bis 20 Uhr. Montags geschlossen.

Eintritt: 8 € Erwachsene, 1 € sonntags. Unter 18 Jahren täglich frei.

Die stärksten Bereiche der Sammlung:

Deutsche Malerei (Säle 1–3): Der bei weitem stärkste Bereich des Museums. Werke von Albrecht Dürer umfassen das Selbstbildnis von 1500 — eines der meistuntersuchten Gemälde der deutschen Kunstgeschichte — und eine Reihe von Apostelplatten. Matthias Grünewalds Verspottung Christi, Lucas-Cranach-Porträts, Hans Holbein — die Konzentration früherer deutscher Malerei ist außerhalb Berlins unübertroffen.

Flämische und niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts (Säle 4–9): Die Rubens-Sammlung ist die umfangreichste außerhalb Belgiens. Das Große Jüngste Gericht (1617), ein massiver Altaraufsatz, und mehrere mythologische Leinwände von enormer Größe nehmen einen eigenen Rubens-Flügel ein. Van Dyck, Jan Brueghel, Rembrandt und Hals sind mit Hauptwerken vertreten.

Italienisch (Säle 10–14): Raffaels Heilige Familie (Canigiani-Madonna), Leonardo da Vincis zugeschriebene Madonna mit der Nelke, Botticelli, Tizian, Tintoretto und mehrere dem Raffael-Kreis zugeschriebene Werke. Die italienische Sammlung ist ungleichmäßig, hat aber echte Höhepunkte.

Spanisch: Murillos Selbstbildnis und Werke von El Greco. Der spanische Bestand ist kleiner als der deutsche oder flämische.

Französisch: Poussin, Claude Lorrain. Gute Qualität, aber nicht der Hauptgrund für einen Besuch.

Planung eines Besuchs in der Alten Pinakothek:

Ein selektiver Besuch (Dürer + Rubens + Raphael) dauert etwa 1,5 Stunden. Ein gründlicher Besuch dauert 3 Stunden. Das Museum ist außerhalb von Sonntagsnachmittagen nicht übermäßig überfüllt. Der Audioguide ist auf Englisch erhältlich und bietet für die Hauptwerke nützlichen Kontext. Warteschlangenfreie Führungstour durch die Alte Pinakothek

Der Sonntags-1-€-Eintritt ist das beste Preis-Leistungs-Angebot in Münchens Museumslandschaft. An einem Sonntagmorgen, ab 10 Uhr ankommend, kann man die Alte Pinakothek und die Pinakothek der Moderne besuchen — beide je 1 € — für Gesamtkosten von 2 €. Die Museen sind an Sonntagmorgen selten überfüllt (der Mittagsandrang beginnt gegen 12 Uhr).

Die Neue Pinakothek: derzeit wegen Renovierung geschlossen

Die Neue Pinakothek — die die europäische Malerei des 19. Jahrhunderts von der Romantik bis zum Impressionismus und Symbolismus abdeckt — ist seit 2018 wegen einer umfangreichen Strukturrenovierung geschlossen. Aktuelle Schätzungen deuten auf eine Wiedereröffnung 2028–2029 hin, obwohl diese Zeitpläne bereits verschoben wurden.

Was man verpasst (und wo man es 2026 findet):

  • Van Goghs Sonnenblumen — werden während der Renovierung in der Alten Pinakothek in einer temporären Einrichtung gezeigt
  • Cézannes Sitzender Bauer und Stilleben — aktuelle Installation der Alten Pinakothek prüfen
  • Klimt, deutsche Romantik (Friedrich, Spitzweg), französischer Impressionismus (Monet, Manet, Renoir)
  • Die Schack-Galerie (Prinzregentenstraße 9) deckt teilweise die deutsche Romantik und spätroman­tische Malerei des 19. Jahrhunderts ab, solange die Neue Pinakothek geschlossen bleibt

Wer europäische Kunst des 19. Jahrhunderts priorisiert, findet München derzeit weniger stark als nach der Renovierung. Wien (Kunsthistorisches Museum, Belvedere) ist die regionale Alternative.

Pinakothek der Moderne: Kunst, Design und Architektur seit 1900

Die Pinakothek der Moderne ist das neueste der drei Hauptgebäude, 2002 nach Plänen von Stephan Braunfels eröffnet. Das Gebäude selbst — eine weiße Betonkonstruktion mit einem großen runden Oberlicht über der Haupttreppe — gilt als eines der besten zeitgenössischen Museumsgebäude Deutschlands.

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 10–18 Uhr. Donnerstags verlängert bis 20 Uhr. Montags geschlossen.

Eintritt: 12 € Erwachsene, 1 € sonntags. Unter 18 Jahren frei.

Das Gebäude beherbergt vier unabhängige Sammlungen:

Staatsgalerie moderner Kunst (Moderne Kunst): Bildende Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Picasso, Kandinsky (der ein Münchner Einwohner war und einen Großteil seiner wegweisenden abstrakten Werke hier malte), Ernst, Klee, Warhol, Beuys, Richter. Der deutsche Nachkriegsbereich — besonders Georg Baselitz, Anselm Kiefer und Sigmar Polke — ist außergewöhnlich.

Die Neue Sammlung (Designmuseum): Eine der größten Designsammlungen der Welt. Im Keller und in den unteren Etagen untergebracht, deckt sie Angewandte Kunst und Industriedesign vom frühen 20. Jahrhundert (Bauhaus-Möbel, Thonet-Bugholzstühle) bis zum zeitgenössischen Produktdesign und zur Typografie ab. Die Sammlung umfasst Stühle von Charles und Ray Eames, Braun/Dieter-Rams-Designs und umfangreiche Grafikdesign-Archive. Dieser Bereich wird häufig von Besuchern übersehen, die sich auf die Bildkunst-Etagen konzentrieren, ist aber wirklich weltklasse.

Staatliche Graphische Sammlung: Zeichnungen und Drucke von der Renaissance bis zur Gegenwart — eine der größten grafischen Kunstsammlungen Europas, obwohl immer nur ein Bruchteil gezeigt wird. Der Schwerpunkt liegt auf Werken auf Papier statt Gemälden oder Skulpturen.

Architekturmuseum der TU München: Architekturzeichnungen, Modelle und Fotos vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart, mit besonderer Stärke in der deutschen Moderne und Nachkriegsarchitektur. Diese Sammlung nimmt Galerieraum im Gebäude ein und wechselt Ausstellungen. Führungstour durch die Alte Pinakothek

Für Besucher, die speziell an Kandinsky und der Münchner abstrakten Maltradition interessiert sind, ist das Lenbachhaus die wichtigere Destination. Das Lenbachhaus hält die weltweit größte Sammlung von Blaue-Reiter-Gemälden — Kandinsky, Franz Marc, August Macke, Gabriele Münter — zusammengestellt im Haus, in dem Münter lebte. Es ist 10 Minuten zu Fuß vom Pinakothek-Cluster entfernt.

Museum Brandhorst: das Beste der zeitgenössischen Nachkriegskunst

Das Museum Brandhorst, 2009 eröffnet und von Sauerbruch-Hutton-Architekten gestaltet (erkennbar an seiner Fassade aus mehrfarbigen Keramikstäben), liegt neben der Pinakothek der Moderne und ist bei jedem ernsthaften Kunstprogramm eine Stunde wert.

Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag, 10–18 Uhr. Donnerstags verlängert bis 20 Uhr. Montags geschlossen.

Eintritt: 10 € Erwachsene, 1 € sonntags. Unter 18 Jahren frei.

Die Sammlung ist privat — zusammengestellt von Udo und Anette Brandhorst — und konzentriert sich auf Nachkriegs- und zeitgenössische Kunst. Der Warhol-Bestand ist umfangreich (über 700 Werke). Der Dauerraum für Twombly, speziell für den 12-teiligen Lepanto-Zyklus (2001) gebaut, ist eines der besten Einzelraum-Galerieerlebnisse in Deutschland. Cy Twomblys später kalligraphischer Stil ist gut vertreten; dies ist der richtige Rahmen für sein Werk. Außerdem: Damien Hirst, Mike Kelley, Joseph Kosuth und eine starke Fotosammlung.

Die Glyptothek und Antikensammlungen: antike Kunst am Königsplatz

Die Glyptothek am Königsplatz (1830, ebenfalls von Leo von Klenze entworfen) ist das älteste öffentliche Skulpturenmuseum Deutschlands. Es hält eine für Ludwig I. zusammengestellte Sammlung griechischer und römischer Skulpturen, darunter:

  • Die Aegineten-Skulpturen: Giebelskulpturen aus dem Aphaia-Tempel auf Aegina, 1812 erworben. Zu den am besten erhaltenen griechischen Tempel­skulpturen, die es gibt.
  • Den Barberini Faun: eine hellenistische Marmorskulptur des 3. Jahrhunderts v. Chr. eines schlafenden, betrunkenen Satyrs. Eines der bedeutenden Stücke antiker Skulptur.
  • Römische Porträtbüsten und Kopien griechischer Bronzen

Eintritt: 6 € (1 € sonntags). Geöffnet Dienstag–Sonntag, 10–17 Uhr (bis 20 Uhr donnerstags).

Direkt gegenüber am Königsplatz zeigen die Antikensammlungen (Staatliche Antikensammlungen) Keramik, Bronzen, Schmuck und Glas aus griechischen, etruskischen und römischen Kulturen. Die Objekte sind kleiner als in der Glyptothek. Eintritt ebenfalls 6 € (1 € sonntags).

Wie man einen Maxvorstadt-Museumstag plant

Halber Tag (3–4 Stunden): Alte Pinakothek am Morgen, Pinakothek der Moderne am Nachmittag. Den Design-Keller der Moderne überspringen, sofern kein besonderes Interesse besteht. Gesamtkosten: 20 € regulär, 2 € sonntags.

Voller Tag (6–7 Stunden): Alte Pinakothek (10–12 Uhr), Mittagessen im Pinakothek-Restaurant oder einem nahegelegenen Café in der Türkenstraße, Pinakothek der Moderne Design-Sammlung (13–14:30 Uhr), Museum Brandhorst (14:30–16 Uhr), Glyptothek oder Lenbachhaus (16–17 Uhr). Das ist machbar, aber anspruchsvoll.

Sonntagsstrategie: Alle Museumtickets sonntags für je 1 € kaufen. Rund 5–8 € für alles einschließlich Glyptothek und Brandhorst einplanen. Das ist eines der wirklich außergewöhnlichen Kulturangebote in Europa. Alte Pinakothek und Altstadt private Führungstour

Wo man im Pinakothek-Viertel essen kann

Café der Pinakothek der Moderne: Gute Qualität, für Münchner Museumsverhältnisse vernünftige Preise. Die Außenterrasse im Sommer ist angenehm.

Café Jasmin (Steinheilstraße 20): Ein zuverlässiges Stadtteilcafé 5 Minuten zu Fuß von der Alten Pinakothek — einfache Küche, kein Touristenaufschlag.

Türkenstraße und Schellingstraße: Die Straßen unmittelbar nördlich der Pinakotheken (im Schwabing-Maxvorstadt-Grenzbereich) sind voll mit studentenorientierten Cafés, Biergärten und Restaurants zu mittleren Preisen. Das Viertel funktioniert als Universitätsviertel und hat ein anderes Flair als die Tourismusökonomie der Altstadt.

Orientierung im Maxvorstadt-Museumsviertel

Alle drei Pinakothek-Gebäude plus Brandhorst und Glyptothek liegen innerhalb von 10 Minuten Fußweg voneinander. Die Gehfolge, die Umwege minimiert:

Glyptothek/Antikensammlungen am Königsplatz → Alte Pinakothek (5 Minuten östlich) → Museum Brandhorst (neben der Pinakothek der Moderne) → Pinakothek der Moderne → Lenbachhaus (5 Minuten zurück Richtung Königsplatz)

Der Maxvorstadt Guide deckt das gesamte Gebiet einschließlich der Universitätsgebäude, Buchhandlungen und Bars ab, die dieses Viertel über den Museumskomplex hinaus zu einem der interessantesten Münchens machen.

Häufig gestellte Fragen zu den Münchner Pinakotheken

Ist der Münchner 1-€-Sonntagsmuseumsrabatt real?

Ja, er ist vollständig real und gilt für alle Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, einschließlich der Alten Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst, Glyptothek und mehrerer anderer. Sonntags beträgt der Erwachseneneintritt für jedes Haus 1 €. Kinder unter 18 Jahren haben täglich freien Eintritt. Es gibt keine Einschränkungen beim Sonntagsrabatt außer den üblichen Museumsregeln.

Wo sind die Sonnenblumen von Van Gogh in München?

Van Goghs Sonnenblumen (1888) befinden sich normalerweise in der Sammlung der Neuen Pinakothek, werden aber derzeit in der Alten Pinakothek gezeigt, während die Neue Pinakothek renoviert wird. Den aktuellen Ausstellungsort vor dem Besuch bestätigen — die Website der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen listet die aktuellen Standorte der Hauptwerke auf.

Was ist das Lenbachhaus und gehört es zum Pinakothek-Komplex?

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus ist ein separates Stadtmuseum (nicht Teil der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, die die Pinakotheken betreiben). Es liegt etwa 10 Minuten zu Fuß westlich der Alten Pinakothek und hält die weltweit größte Blaue-Reiter-Sammlung — Kandinsky, Franz Marc, Münter, Macke. Eintritt 15 € (kein Sonntagsrabatt, da es sich um ein Stadtmuseum statt ein Staatsmuseum handelt). Den Lenbachhaus-Leitfaden für Details lesen.

Wie lange dauert der Besuch der Alten Pinakothek?

Ein fokussierter Besuch der Dürer- und Rubens-Highlights dauert etwa 1,5 Stunden. Ein gründlicher Besuch der vollständigen Sammlung beträgt 2,5–3 Stunden. Das Museum ist groß, aber für die meisten Besucher in einem halben Tag handhabbar.

Wofür ist die Pinakothek der Moderne am bekanntesten?

Ihre doppelte Stärke sind die Sammlung bildender Kunst des 20. Jahrhunderts (besonders die deutschen expressionistischen und Nachkriegs-Bereiche) und die Neue-Sammlung-Designkollektion im Keller — eine der weltweit größten Sammlungen angewandter Kunst und Industriedesign. Die Kandinsky- und Klee-Bestände sind gut, werden aber vom Lenbachhaus-Bestand speziell für den Blauen Reiter übertroffen.

Gibt es Schließfächer in den Pinakothek-Museen?

Ja. Alle drei Gebäude haben münzbetriebene Schließfächer für Taschen und Mäntel. Große Taschen und Rucksäcke sind in den Galerieräumen generell nicht erlaubt.

Darf man in der Alten Pinakothek fotografieren?

Fotografieren zum persönlichen Gebrauch ohne Blitz ist in den meisten Bereichen erlaubt. Sonderausstellungen können zusätzliche Einschränkungen haben. Videostative und professionelle Ausrüstung erfordern eine schriftliche Genehmigung im Voraus.

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