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Augustiner vs. Hofbräu: Münchens zwei große Brauereien im Vergleich

Augustiner vs. Hofbräu: Münchens zwei große Brauereien im Vergleich

Munich: beer halls and breweries 3-hour guided tour

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Ist Augustiner oder Hofbräu besser in München?

Augustiner ist der Liebling der Einheimischen — leichter, weniger kohlensäurehaltig und gebraut von Münchens ältester unabhängiger Brauerei (gegründet 1328). Hofbräu ist die bekanntere Touristenikone, seit 1589 im Besitz des Freistaats Bayern. Beide sind ausgezeichnet, bieten aber sehr unterschiedliche Erfahrungen.

München hat sechs Hauptbrauereien — die berühmten Brauereien, die gemeinsam jeden Tropfen Bier liefern, der auf dem Oktoberfest unter den Bedingungen der Wiesnlizenz ausgeschenkt wird. Unter ihnen dominieren zwei Namen die Diskussion an jedem Stammtisch: Augustiner und Hofbräu. Fragen Sie einen Münchner, welches besser ist, hören Sie fast immer: „Augustiner.” Fragen Sie einen Erstbesucher, welche Bierhalle er ausprobieren soll, wird er mit ziemlicher Sicherheit sagen: „Hofbräuhaus.” Beide Antworten sind verständlich. Dieser Guide erklärt, warum die beiden in so unterschiedlichen Welten existieren, was ihre Biere unterscheidet und wie man das Beste aus beiden herausholt.

Zwei völlig unterschiedliche Geschichten

Der Unterschied zwischen Augustiner und Hofbräu beginnt damit, wer sie gegründet hat und warum.

Augustiner wurde 1328 von Augustinermönchen in ihrem Kloster nahe der Neuhauserstraße gegründet. Jahrhundertelang produzierte es Bier vor allem für den Eigenbedarf des Klosters und die lokale Verteilung. Nach der Säkularisierung im frühen 19. Jahrhundert ging die Brauerei in private Hände über und ist seitdem in Privatbesitz geblieben. Heute ist sie die letzte der sechs Münchner Hauptbrauereien, die als unabhängiges Unternehmen und nicht als Teil eines multinationalen Konzerns operiert. Diese Unabhängigkeit bedeutet den Münchnern etwas, das sich kaum übertreiben lässt — sie fühlt sich wie etwas wirklich Lokales an in einer Stadt, die wie überall sonst globalisiert wurde.

Das Hofbräuhaus wurde 1589 von Herzog Wilhelm V. von Bayern als königliche Hofbrauerei gegründet — buchstäblich ein Brauhaus für den Hof. Es war von Anfang an ein staatliches Unternehmen, das die Wittelsbacher Königsfamilie mit dunklem Weißbier versorgen sollte. 1828 öffnete es seine Türen für die Öffentlichkeit, und im späten 19. Jahrhundert war es zu einer beliebten Institution geworden. Heute ist es im Besitz des Freistaats Bayern — es ist, technisch gesehen, eine staatlich betriebene Gaststätte. Das mindert das Erlebnis nicht, erklärt aber eine gewisse kommerzielle Größe und Effizienz des Betriebs.

Das Bier: Was wirklich anders ist

Auf dem Papier brauen beide Brauereien nach dem Reinheitsgebot von 1516 Standardbiere der Münchner Bierstile, das deutschen Bier auf Wasser, Malz, Hopfen und Hefe beschränkt. Beide brauen ein Helles, ein Weißbier, ein Dunkel und saisonale Angebote. Warum bestehen ernsthafte Biertrinker also darauf, dass Augustiner überlegen ist?

Augustiner Helles gilt weithin als das feinste Beispiel dieses Stils in München. Es glänzt in blassem Gold mit einem feinen weißen Schaum und einem Aroma, das sanft malzig ist mit einem Hauch edler Hopfen. Die Kohlensäure ist bewusst zurückhaltend, was ihm eine Geschmeidigkeit verleiht, die das erste Maß gefährlich leicht erscheinen lässt. Die Bitterkeit ist sehr niedrig — rund 16 IBU — und macht es zugänglich für Lagertrinker jedes Hintergrunds. In einer Standard-Bierhalle kostet es ca. 10–11 € pro Maß (1 Liter).

Hofbräu Helles ist ein kompetentes, gut gemachtes Münchner Lagerbier, aber spritziger und kohlensäurehaltiger als Augustiner. Es trinkt sich schneller, wirkt leichter und hat einen etwas neutraleren Abgang. Das ist an sich nicht schlecht — es ist genau das, was viele wollen — aber im Vergleich zu Augustiner finden erfahrene Biertrinker es weniger charakteristisch.

Wo Hofbräu wirklich überzeugt, ist sein Weißbier. Das HB Weißbier hat einen kräftigen Bananen-Nelken-Charakter, der gut ausgewogen ist und aus gutem Grund weit exportiert wird. Wer Weizenbier dem Lagerbier vorzieht, trifft mit Hofbräu eine starke Wahl.

Beide Brauereien produzieren auch ein Dunkel (dunkles Münchner Lagerbier), ein malzbetontes, leicht süßliches Bier, das ausgezeichnet zu Speisen passt. Augustiner Dunkel ist außergewöhnlich — reich und brotartig, ohne schwer zu sein, bei ca. 10–11 € pro Maß.

Für Abenteurerlustige brauen beide Saisonbiere: Märzenbier (bernsteinfarben, auf dem Oktoberfest ausgeschenkt), Maibock (kräftiges, helles Frühlingsbier) und verschiedene Winterspezialitäten. Augustiners Maximator, ein Doppelbock mit 7,5% vol., ist eines der großen Starkbiere der Stadt, besonders beliebt beim Starkbierfest im März.

Wo man Augustiner trinkt

Augustinerkeller (Arnulfstraße 52, nahe Hauptbahnhof) — Hier ist die Hauptattraktion. Ein weitläufiger Biergarten mit Kastanienbäumen und einer der größten Innen-Bierhallen Münchens. Der Garten fasst im Sommer ca. 5.000 Personen, und die Atmosphäre an einem warmen Abend ist so gut wie München es bieten kann. Kommen Sie früh (ab 10:00 Uhr), wenn Sie einen Platz unter den Bäumen möchten. Die Küche serviert echte bayerische Küche: Schweinebraten, Obatzda und Brezn. Vom Hauptbahnhof 10 Gehminuten oder 3 Minuten S-Bahn.

Augustiner am Dom (Frauenplatz 12) — Direkt neben der Frauenkirche, dies ist das zentralste Augustiner-Lokal. Touristischer als der Keller, aber gut geführt mit schnellem Service und einem guten Speiseangebot. Nützlich, wenn man sich bereits in der Altstadt befindet und das Bier vergleichen möchte, ohne einen Umweg zu machen.

Augustiner Stammhaus (Neuhauserstraße 27) — Der Originalstandort nahe dem Kloster. Atmosphärisches Interieur mit traditioneller Dekoration, gut für ein ruhigeres Abendessen mit Bier.

Wer mehrere Augustiner-Lokale mit Hintergrundwissen eines ortskundigen Führers erkunden möchte, ist mit einer strukturierten Bierhallen-Tour gut beraten. Diese umfassen typischerweise 3–5 Stops mit Erläuterungen zur Braugeschichte und Verkostungshinweisen. Geführte Tour durch Münchner Bierhallen und Brauereien (3 Stunden)

Wo man Hofbräu trinkt

Hofbräuhaus am Platzl (Platzl 9, Altstadt) — Das Original und berühmteste Hofbräuhaus, 10 Gehminuten vom Marienplatz. Das Gebäude datiert auf 1897 und fasst ca. 3.500 Personen über drei Stockwerke und einem Biergarten-Innenhof. Es ist laut, festlich und architektonisch beeindruckend. Eine Blaskapelle spielt typischerweise ab dem späten Vormittag. Der stimmungsvollste Raum ist die Schwemme (Erdgeschoss), wo die langen Gemeinschaftstische schnell besetzt sind.

Der ehrliche Vorbehalt: Das Hofbräuhaus ist voll mit Touristen, und die Preise spiegeln das wider. Ein Maß kostet hier ca. 11–12 €, etwas über dem Stadtdurchschnitt. Das Essen ist akzeptabel, aber nicht die beste bayerische Küche Münchens. Betrachten Sie es eher als Erlebnis denn als Destination für verfeinerte Speisen.

Für eine geführte Einführung ins Hofbräuhaus ist eine kurze Führung mit einbegriffenem Bier eine gute Möglichkeit, den historischen Kontext neben den offensichtlichen Freuden des Trinkens zu erleben. Hofbräuhaus-Führung mit einem Bier inbegriffen

Hofbräukeller (Innere Wiener Straße 19, Haidhausen) — Dies ist das Hofbräu-Lokal, das Einheimische bevorzugen. In Au-Haidhausen jenseits der Isar, ruhiger, weniger touristisch und mit einem schönen Kastanienbiergarten. Das Gebäude selbst datiert auf 1892 und hat ein wunderschönes bemaltes Interieur. Für Hofbräu-Bier in authentischerer Umgebung ist dies die richtige Adresse.

Auf dem Oktoberfest: Zelt für Zelt

Beide Brauereien haben eigene Zelte auf der Wiesn (Theresienwiese) während des Oktoberfests.

Augustiner-Festhalle — Eines der angeseheneren Zelte auf dem Oktoberfest, teilweise weil Augustiner sein Bier noch immer aus traditionellen Holzfässern ausschenkt statt aus Edelstahlkästen. Viele glauben, dass dies einen etwas weicheren, nuancierteren Ausschank ergibt. Das Zelt fasst ca. 6.000 Personen und zieht eine Mischung aus Einheimischen und informierten Besuchern an, die von der Holzfasstradition wissen.

Hofbräu-Festzelt (HB-Festzelt) — Eines der größten und bekanntesten Zelte auf der Wiesn mit ca. 10.000 Plätzen auf zwei Ebenen. Es ist partyorientiert: laute Musik, intensive Atmosphäre und ein sehr internationales Publikum. Ein Maß Hofbräu Märzenbier auf dem Oktoberfest 2026 kostet ca. 14–15 €. Die Galerie oben ist tendenziell etwas ruhiger als die Schwemme unten.

Für reservierten Tischzugang auf dem Oktoberfest mit Essen ist eine frühzeitige Buchung unerlässlich — besonders für Wochenenden, die Monate im Voraus ausverkauft sind. Oktoberfest-Tour mit Zeltreservierung und Essen

Das Urteil: Was wählen?

Wählen Sie Augustiner, wenn Sie Münchner Bier in seiner besten Form verstehen möchten. Das Helles ist die Referenz für seinen Stil. Der Augustinerkeller-Biergarten ist einer der wirklich genussvollsten Orte für einen Nachmittag in München. Und wenn Sie sich mit den Einheimischen am Nachbartisch austauschen, trinken diese mit größter Wahrscheinlichkeit Augustiner.

Wählen Sie das Hofbräuhaus, wenn Sie das ikonische Erlebnis wollen — das historische Gebäude, die Blaskapelle, die festliche Gemeinschaftsatmosphäre, die Besucher aus aller Welt anzieht. Es ist ein legitimes Stück Münchner Kultur, auch wenn das Publikum um Sie herum größtenteils von woanders kommt.

Die beste Antwort ist natürlich, beide auszuprobieren. Beginnen Sie mit einem Maß im Augustinerkeller am Nachmittag (ruhiger, besinnlicher, besser zum Verkosten), dann gehen Sie abends ins Hofbräuhaus für das Spektakel und die Energie. Diese Zwei-Stop-Tour deckt mehr Münchner Bierkultur in vier Stunden ab als eine Woche Recherche.

Wenn Sie eine strukturierte Tour wünschen, die mehrere Bierhallen besucht und die Feinheiten des Münchner Brauereierbes erklärt, ist eine geführte Bierhallen-Tour sehr empfehlenswert. Münchner Bayerisch-Bier-Stadtspaziergang mit Proben und Essen

Praktische Details

Augustinerkeller: Arnulfstraße 52. Täglich geöffnet 10:00–01:00 Uhr (Küche bis Mitternacht). Biergarten bei gutem Wetter geöffnet, typischerweise April–Oktober. S-Bahn nach Hackerbrücke oder 10 Minuten Fußweg vom Hauptbahnhof. Siehe auch: beste Biergärten in München und Münchner Bierhallen-Guide.

Hofbräuhaus am Platzl: Platzl 9. Täglich geöffnet 09:00–23:30 Uhr. Direkt beim Marienplatz, 2 Gehminuten vom Marienplatz. Reservierungen für größere Gruppen möglich.

Beide Lokale sind auch über die Routen des Münchner ÖPNV-Guides in der Altstadt erreichbar. Zur Reiseplanung beinhaltet das München in 2 Tagen einen Stopp bei beiden.

Informationen zu Bierhallen-Sitten vor Ihrem Besuch — wie man bestellt, was die Stammtisch-Schilder bedeuten, wann man „Prost” sagt — behandelt der Münchner Bierhallen-Etikette alles Wissenswerte.

Und wenn Ihr Besuch auf das Oktoberfest (Mitte September bis Anfang Oktober) fällt, liefert der Oktoberfest-Guide alle Details zu Zelten, Tickets und Planung.

Häufig gestellte Fragen zu Augustiner vs. Hofbräu

Welche Brauerei bevorzugen Münchner Einheimische wirklich?

Augustiner, mit deutlichem Abstand. In informellen Umfragen und in jedem Gespräch mit Münchnern über ihre Bierpräferenzen wird Augustiner Helles zuerst genannt. Die Unabhängigkeit der Brauerei, die Leichtigkeit des Helles und die traditionelle Atmosphäre im Augustinerkeller tragen zu einer lokalen Treue bei, die echt und nicht nur gewohnheitsmäßig ist.

Sind Augustiner und Hofbräu auch außerhalb der berühmten Bierhallen erhältlich?

Ja. Beide Biere werden in einer Vielzahl von Bars und Restaurants in ganz München ausgeschenkt. Augustiner ist insbesondere in vielen traditionellen Gasthäusern in ganz Bayern zu finden. Hofbräu wird international breiter exportiert — wenn Sie im Ausland deutsches Bier getrunken haben, war es mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit Hofbräu.

Welche Brauerei hat die bessere Küche?

Der Augustinerkeller hat eine bessere Küche als das Hofbräuhaus für traditionelle bayerische Speisen. Schweinebraten und Haxe (Schweinshaxe) im Augustinerkeller sind durchgehend zuverlässig. Die Hofbräuhaus-Küche serviert die Grundlagen kompetent, ist aber kein Ziel für Essensliebhaber.

Was ist der Preisunterschied zwischen den beiden?

Die Preise sind ähnlich. Rechnen Sie mit ca. 10–12 € pro Maß im Augustinerkeller und 11–12 € im Hofbräuhaus, leicht abhängig von Saison und Wochentag. Auf dem Oktoberfest berechnen beide Zelte 14–15 € pro Maß (Preise 2026), was dem Standard aller sechs Wiesn-Brauereien entspricht.

Kann ich einen selbst geführten Bierhallen-Besuch machen, der beide umfasst?

Ganz einfach. Der Augustinerkeller ist etwa 20 Gehminuten vom Hofbräuhaus entfernt, oder Sie nehmen die S-Bahn eine Station von Hackerbrücke zum Marienplatz. Eine logische Runde: Augustinerkeller am Nachmittag, dann durch die Münchner Altstadt zum Platzl am Abend. Für eine geführte Version mit mehr Stops, siehe den Münchner Bierverkostungstouren.

Bietet eine der Brauereien Führungen an?

Augustiner bietet keine regelmäßigen öffentlichen Brauereiführungen an. Das Hofbräuhaus hat einen kleinen Ausstellungsbereich, aber keine vollständige Industrietour. Mehrere private Touranbieter veranstalten strukturierte Besuche, die das Hofbräuhaus als Teil eines breiteren Bierhallen-Programms einschließen — siehe den Münchner Brauereitouren-Guide für Optionen.

Was soll ich außer Bier bestellen?

In beiden Lokalen ist Obatzda (eine Mischung aus Weichkäse, Paprika und Bier) mit Brezn die klassische Begleitung. Weißwurst (weiße Kalbsbratwurst, vor Mittag mit süßem Senf serviert) ist das traditionelle Münchner Frühstück neben einem Weißbier. Rettich (Weißrettich, spiralförmig geschnitten) mit Salz ist ein weiterer klassischer Biergarten-Snack, der in vielen Münchner Lokalen zu finden ist. Der Guide zum besten bayerischen Essen in München enthält weitere Details.

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