Skip to main content
Marienplatz Guide: Glockenspiel, Rathausturm und was wirklich sehenswert ist

Marienplatz Guide: Glockenspiel, Rathausturm und was wirklich sehenswert ist

Munich: old town walking tour

Verfügbarkeit prüfen

Wann spielt das Glockenspiel am Marienplatz?

Das Glockenspiel erklingt täglich um 11 und 12 Uhr sowie von März bis Oktober zusätzlich um 17 Uhr. Jede Vorführung dauert etwa 12 Minuten. Die 11-Uhr-Vorstellung ist etwas weniger besucht als die Mittagsvorstellung. Das Spiel zeigt 32 lebensgroße Figuren, die zwei historische Ereignisse aus dem München des 16. Jahrhunderts nachstellen. Der Eintritt ist kostenfrei — man schaut einfach vom Platz aus zu.

Münchens zentraler Platz: Was man dort wirklich tun sollte

Jeder Erstbesucher Münchens endet am Marienplatz. Der Platz ist seit 1158 — als München als Marktsiedlung an der Salzstraße gegründet wurde — der wichtigste öffentliche Raum der Stadt und bleibt der Dreh- und Angelpunkt, um den die Altstadt organisiert ist. S-Bahn- und U-Bahn-Linien laufen direkt darunter zusammen. Touristischen Routen strahlen von hier aus. Kaufhäuser, Kirchen und das Rathaus selbst rahmen ihn ein.

Der Schlüssel zum Genuss des Marienplatzes liegt in der richtigen Erwartungshaltung. Als historischer Marktplatz einer europäischen Großstadt wurde er zwangsläufig in einem Maße bereinigt und auf Besucher ausgerichtet, das hohl wirken kann. Die Souvenirläden und Kaffeeketten in der angrenzenden Fußgängerzone (Kaufingerstraße und Neuhauser Straße) sind austauschbar mit denen jeder anderen europäischen Hauptstadt. Aber der Marienplatz selbst — der eigentliche Platz, die ihn rahmenden Gebäude, die Mariensäule in der Mitte — hat historisches und architektonisches Gewicht. Das Neue Rathaus ist als Stück spätneugotischer Architektur außerordentlich, und das Glockenspiel, auch wenn es langsamer ist als die meisten nach Fotos erwarten, ist ein mechanisches Schauspiel, das seit 1908 in Betrieb ist.

Anfahrt

Der Marienplatz ist direkt erreichbar mit:

  • S-Bahn (alle S-Bahn-Linien, Zentralstation in der Innenstadt)
  • U-Bahn (U3 und U6)

Der Haupteingang führt über die unterirdische Bahnhofsebene. Die Ausgänge sind für Marienplatz Nord und Süd ausgeschildert — den passenden Ausgang je nach Ziel nehmen. Vom Hauptbahnhof sind es 2 Minuten mit der S-Bahn (oder 15 Gehminuten ostwärts entlang der Kaufingerstraße). Von der Münchner Residenz sind es 5 Gehminuten südwärts.

Das Neue Rathaus

Das Gebäude, das die Nordseite des Marienplatzes prägt, ist eines der herausragendsten Beispiele neugotischer Bürgerarchitektur in Deutschland. Das Neue Rathaus wurde in mehreren Phasen von 1867 bis 1909 nach Entwürfen von Georg von Hauberrisser gebaut und erweiterte ein früheres kleineres Gebäude bis zur vollen Besetzung der gesamten Nordseite des Platzes. Die Fassade — 100 Meter breit und mit gotischem Maßwerk, Statuen, Fialen und Türmchen bedeckt — ist in ihrer Detailfülle überwältigend.

Das Gebäude dient als aktives Stadthaus Münchens und beherbergt die Büros des Oberbürgermeisters und der Stadtverwaltung. Der Innenhof (während der Geschäftszeiten zugänglich) enthält den Aufzug zum Aussichtsturm und ist Schauplatz von Veranstaltungen.

Der Rathausturm: Der Turm erhebt sich 85 Meter über dem Platz. Ein Aufzug im Innenhof bringt Besucher auf das Aussichtsniveau. Von oben überblickt man die Altstadt-Dachlandschaft, die beiden Kuppeln der Frauenkirche und — an klaren Tagen, besonders im Herbst nach dem Sommerdunst — die Alpen im Süden.

Eintritt: 4 € für Erwachsene. Öffnungszeiten: 10:00–17:00 Uhr (Juli–September bis 19:00 Uhr). Die Aussichtsebene ist nicht geschlossen — es ist eine offene Terrasse mit Geländer. Bei Regenwetter sind die Aussichten eingeschränkt.

Der Turm bietet deutlich besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als der Olympiaturm für Stadtansichten der Innenstadt, obwohl der Olympiaturm mehr von Münchens Randgebieten zeigt. Speziell für Altstadt-Aussichten bieten die Frauenkirche-Türme (wenn zugänglich) noch eine bessere Perspektive.

Das Glockenspiel: Zeiten, Inhalt und ehrliche Einschätzung

Das Glockenspiel ist das 1908 in den Rathausturm eingebaute Glocken- und Figurenspiel. Es enthält 43 Glocken und 32 lebensgroße Figuren. Es spielt:

  • 11:00 Uhr — täglich, ganzjährig
  • 12:00 Uhr — täglich, ganzjährig
  • 17:00 Uhr — täglich, nur von März bis Oktober

Jede Vorführung dauert etwa 12 Minuten. Es gibt kein Ticket, und es ist völlig kostenlos, vom Platz aus zuzuschauen.

Was während einer Vorstellung passiert: Die obere Figurenebene stellt den Schäfflertanz nach — einen Tanz, der 1517 zur Feier des Endes eines Pest-Ausbruchs aufgeführt wurde — sowie das Reitturnier, das anlässlich der Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen 1568 auf dem Marienplatz stattfand. Die untere Figurenebene zeigt erneut den Schäfflertanz mit anderen Figuren. Ganz zum Schluss erscheint oben am Turm ein kleiner Kuckuck dreimal.

Ehrliche Einschätzung: Das Glockenspiel ist langsamer als erwartet — die Figuren bewegen sich in einem gemächlichen mittelalterlichen Tempo, das enttäuschend wirken kann, wenn man etwas Kinetischeres erwartet hat. Der Mechanismus ist wirklich alt und als Ingenieursartefakt wirklich interessant; die historischen Ereignisse, die er kommemoriert, sind Teil der bayerischen Bürger-Mythologie, die München ernst nimmt. Ob man 12 Minuten mit rotierenden vergoldeten Mittelalter-Figuren als lohnenswerts Erlebnis empfindet, hängt vom eigenen Geschmack ab. Viele Besucher finden es charmant; andere sind unterwältigt.

Die 11-Uhr-Vorstellung ist geringfügig weniger besucht als die Mittagsvorstellung. Alle Vorstellungen ziehen Menschenmengen, die den Platz füllen — wer eine freie Sicht von direkt unterhalb des Glockenspiels möchte, sollte 10–15 Minuten früher kommen und auf der Nordseite der Mariensäule stehen. Münchner Altstadtrundgang vom Marienplatz aus

Die Mariensäule

Die goldene Säule im Zentrum des Platzes ist die Mariensäule, errichtet 1638. Ihre Geschichte ist spezifisch bayerisch und katholisch: München überstand die Schwedische Besatzung Bayerns während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) und einen Pest-Ausbruch mit weniger Verheerungen als weite Teile der umliegenden Region. Die Säule wurde als Votivgabe errichtet — eine öffentliche Danksagung. Die Skulptur an der Spitze ist eine vergoldete Barockjungfrau Maria in der Mondsichelstellung, die mit Maria als Himmelskönigin assoziiert wird.

Am Fuß der Säule besiegen vier Putten (Engelsfiguren) symbolische Feinde: einen Löwen (Pest), einen Drachen (Krieg), eine Basiliskenechse (Ketzerei) und ein Skelett (Hunger). Das theologische Programm ist explizit gegenreformatorisch — München war und bleibt eine katholische Stadt, und die Mariensäule steht als Bekenntnis zu dieser Identität.

Die Säule gibt dem Platz seinen Namen. Für Münchner Katholiken ist sie ein Ort echter Andacht und nicht nur eine Touristenattraktion; der Platz wird gelegentlich für öffentliche religiöse Feiern genutzt.

Das Alte Rathaus und das Spielzeugmuseum

Das Gebäude an der Ostseite des Marienplatzes ist das Alte Rathaus, das nach einem Brand in den 1470er Jahren wesentlich neu errichtet und im 20. Jahrhundert restauriert bzw. rekonstruiert wurde. Es beherbergt heute das Spielzeugmuseum, eine Privatsammlung antiken Spielzeugs auf vier Etagen. Eintritt: 4 € Erwachsene / 1 € Kinder.

Das Spielzeugmuseum ist eine Nebenatttraktion — geeignet für 30 Minuten, hauptsächlich interessant für Besucher mit Kindern oder spezifischem Interesse an der Geschichte von Spielzeug und Spielen. Der Treppenturm bietet eine angenehme Aussicht zurück über den Platz. Die meisten erwachsenen Besucher ohne Kinder können es getrost auslassen.

Der Saal im Erdgeschoss des Alten Rathauses (der Tanzsaal) ist historisch bedeutsam — Adolf Hitler hielt hier 1938 während der Reichspogromnacht eine seiner frühen Reden. Dieser Kontext wird durch eine Gedenktafel anerkannt, ist aber nicht Thema des Spielzeugmuseums, das die Obergeschosse belegt.

Viktualienmarkt: zwei Minuten vom Marienplatz

Die einzige beste Empfehlung in Gehweite des Marienplatzes ist der Viktualienmarkt, zwei Minuten südlich auf der Frauenstraße. Münchens wichtigster Tagesmarkt belegt einen eigenen Platz und ist seit 1807 in Betrieb (vom Marienplatz verlegt, um die Überfüllung zu reduzieren). Er bietet:

  • Frisches Obst und Gemüse, Käse, Aufschnitt, Brot, Fisch
  • Bayerische Spezialitäten wie Weißwurst und Obatzda
  • Blumen, Kräuter und saisonale Produkte
  • Ein dauerhafter Biergarten in der Mitte, betrieben von rotierenden Münchner Brauereien

Der Biergarten am Viktualienmarkt ist einer der angenehmsten in München — er ist ganzjährig geöffnet (im Winter mit Gasheizungen), serviert eine wechselnde Auswahl von Fässbier der Münchner Brauereien und zieht eine Mischung aus Marktarbeitern, Bürokräften und Touristen an. Es ist ein wirklich lokales Erlebnis, wie es die Optionen direkt am Marienplatz nicht bieten.

Den vollständigen Überblick über den Markt und was man dort essen sollte, bietet der Viktualienmarkt-Guide.

In der Nähe: Hofbräuhaus

Fünf Minuten östlich vom Marienplatz auf der Orlandostraße liegt das Hofbräuhaus, Münchens berühmteste Bierhalle. Es wurde 1589 als königliche Brauerei gegründet und ist seit 1897 in seinem heutigen Gebäude untergebracht. Das Hofbräuhaus ist unbestreitbar touristisch — es ist 24 Stunden geöffnet und zieht Besucher aus aller Welt für ein Bierhallenerlebnis an —, aber es ist nicht unecht. Das Gebäude ist echt, das Bier (HB, in der angeschlossenen Brauerei gebraut) ist authentisches Münchner Helles, und die Ausmaße der Haupthalle (Schwemme) — 1.000 Plätze, Gewölbedecke, Blaskapelle an den meisten Abenden — sind historisch korrekt für die Münchner Bierkultur.

Den Hofbräuhaus-Guide findet man mit vollständigem Überblick und ehrlicher Einschätzung. Geführter Münchner Altstadtrundgang auf Englisch

Selbst geführter Altstadtspaziergang vom Marienplatz aus

Mit dem Marienplatz als Ausgangspunkt bietet sich folgender Altstadt-Spaziergang an:

  1. Marienplatz — Glockenspiel, Mariensäule, Rathausturm
  2. Frauenkirche (5 Min. westwärts) — Dom, Teufelstritt, Turmzugang
  3. Michaelskirche (5 Min. westwärts auf der Neuhauser Straße) — Barockkirche, Wittelsbacher Gruft
  4. Sendlinger Tor (10 Min. südwärts) — mittelalterliches Stadttor
  5. Asamkirche (5 Min. nordöstlich vom Sendlinger Tor) — privates Rokoko-Kirchlein, architektonischer Extrempunkt
  6. Viktualienmarkt (zurück, 2 Min. südlich vom Marienplatz) — Biergarten, Marktbuden
  7. Hofbräuhaus (5 Min. östlich vom Marienplatz) — Münchens berühmteste Bierhalle

Dieser Spaziergang umfasst etwa 3,5 Kilometer und dauert mit Stopps 3–4 Stunden. Der vollständige München Altstadt Guide beschreibt die Route im Detail. Als Alternative für Erstbesucher empfiehlt sich ein kostenloser Stadtspaziergang ab dem Marienplatz.

Was man in der Nähe des Marienplatzes meiden sollte

Kaufingerstraße und Neuhauser Straße (Fußgängerzone): Die vom Marienplatz westwärts nach Karlsplatz/Stachus führende Einkaufsstraße ist Münchens wichtigste Einzelhandelsfußgängerzone und gesäumt von internationalen Ketten, Souvenirläden und touristisch ausgerichteten Cafés mit überhöhten Preisen. Sie ist zur Orientierung nützlich, aber nicht fürs Essen oder authentischen Einkauf.

Die Restaurants direkt am Marienplatz: Die meisten Cafés und Restaurants mit Blick auf das Glockenspiel verlangen einen erheblichen Aufpreis für die Lage. Die Qualität rechtfertigt den Aufschlag nicht. 100–200 Meter vom Platz entfernt in beliebige Richtung bietet besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Das Spielzeugmuseum: Außer bei spezifischem Interesse oder kleinen Kindern nicht die 4 € wert. Münchner Stadtspaziergang durch Altstadt und Viktualienmarkt

Besuchsplanung

Beste Besuchszeit am Marienplatz: Fotografisch am besten früh morgens (vor 9 Uhr), wenn das Licht auf der Rathaus-Fassade gut ist und die Touristenmassen noch nicht eingetroffen sind. Für das Glockenspiel ist 11 Uhr die praktische Wahl — früh genug, um den Rest des Vormittags frei zu haben. Abends ist der Platz belebt durch Besucher der nahen Bars und Restaurants in der Weinstraße.

Zeitbedarf: Glockenspiel (12 Min.) + Turm (30 Min.) + Mariensäulenbetrachtung (10 Min.) = etwa 1 Stunde. Mit Viktualienmarkt und Hofbräuhaus verlängert sich das auf einen halben Tag.

Zur Frauenkirche vom Marienplatz: Etwa 300 Meter westwärts auf der Kaufingerstraße gehen. Rechts durch den Frauenplatz zum Südeingang des Doms abbiegen. Der Frauenkirche-Guide erläutert, was im Inneren zu sehen ist, die Türme und den Teufelstritt.

Häufig gestellte Fragen zum Marienplatz

Hat das Glockenspiel in München wirklich 32 lebensgroße Figuren?

Ja. Das Glockenspiel im Rathausturm enthält 32 Figuren in etwa Lebensgröße (ungefähr im Maßstab echter menschlicher Figuren) und 43 Glocken. Die Figuren stellen zwei Ereignisse des 16. Jahrhunderts nach: ein Reitturnier zu einer Wittelsbacher Herzogshochzeit von 1568 und den Schäfflertanz, der traditionell nach Pest-Ausbrüchen aufgeführt wurde. Das Glockenspiel ist seit 1908 in Betrieb.

Wie viel kostet das Glockenspiel?

Nichts — das Glockenspiel ist kostenlos vom Platz aus zu beobachten. Der Aufzug zur Aussichtsebene des Rathausturms kostet 4 €, aber das Glockenspiel selbst erfordert kein Ticket.

Was ist die beste Reisezeit für den Marienplatz?

Im Sommer (Juni–August) ist er überfüllt; der Platz ist während der Glockenspiel-Vorstellungen voll. Im Dezember verwandeln die Christkindlmärkte den Marienplatz in eine der schönsten Marktkulissen Deutschlands — belebt, aber authentisch. Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) bieten angenehmes Wetter ohne Hauptreisezeiten. Den saisonalen München-Guide und den Frühjahrs-Guide für weitere Details konsultieren.

Kann man ins Neue Rathaus hinein?

Der Innenhof ist während der Geschäftszeiten (Werktags 8–20 Uhr) zugänglich. Von dort fährt der Turmaufzug ab. Die Verwaltungsbüros sind nicht öffentlich zugänglich. Im Innenhof und im großen Saal (Ratskeller, Erdgeschoss) finden gelegentlich Veranstaltungen statt.

Was befindet sich unter dem Marienplatz?

Direkt unter dem Platz liegt der Münchner U- und S-Bahnhof Marienplatz — einer der zentralen Umsteigepunkte Münchens. Die Station wurde in den 1970er Jahren während des Baus des Münchner U-Bahn-Netzes errichtet. Außerdem gibt es ein öffentliches Tiefgaragenparkhaus, das von nahe gelegenen Straßen aus zugänglich ist.

Findet das Oktoberfest am Marienplatz statt?

Nein. Das Oktoberfest findet auf der Theresienwiese (Theresa-Wiese) statt, etwa 1,5 Kilometer westlich des Marienplatzes. Auf dem Marienplatz finden während des Oktoberfests manchmal Satellit-Veranstaltungen statt, aber das Hauptfest — die Bierzelte, Fahrgeschäfte und die Atmosphäre — ist auf der Wiesn. Die vollständige Logistik beschreibt der Oktoberfest-Guide.

Wo genau liegt der Marienplatz in München?

Der Marienplatz ist der geografische und historische Mittelpunkt der Altstadt, an der Kreuzung der Ost-West-Fußgängerachse (Kaufingerstraße/Neuhauser Straße) und der Nord-Süd-Achse Richtung Residenz (Residenzstraße). GPS-Koordinaten: 48,1372° N, 11,5756° O.

Top-Erlebnisse

Buchbare Aktivitäten mit geprüften Preisen und sofortiger Bestätigung über GetYourGuide.