Partnachklamm-Leitfaden: die Partnachklamm in Garmisch-Partenkirchen
From Munich: Zugspitze mountain van tour with Garmisch town
Was ist die Partnachklamm und wie viel kostet der Eintritt?
Die Partnachklamm ist eine 700 Meter lange Schlucht, die der Fluss Partnach durch massiven Fels in Garmisch-Partenkirchen gegraben hat. 2026 kostet der Erwachseneneintritt 6 € und der Kinder-Eintritt 3 €. Die Schlucht ist ganzjährig geöffnet und zu Fuß vom Garmischer Bahnhof in ca. 30–40 Minuten erreichbar (oder im Sommer per Pferdekutsche). Winterbesuche sind besonders dramatisch, wenn Eisformationen die Tunnelwände überziehen.
Eine durch Gletscherwasser geformte Schlucht — was die Partnachklamm eigentlich ist
Die Partnachklamm entstand, als der Fluss Partnach über Jahrtausende durch einen Kalksteinmassiv schnitt. Das Ergebnis ist eine enge Schlucht — stellenweise nur 2–3 Meter breit — bis zu 80 Meter tief in den Fels eingeschnitten, mit dem tosenden Fluss am Boden. Die Schlucht wurde 1912 erstmals für Besucher zugänglich gemacht, als hölzerne Gehwege entlang der Felswand installiert und Tunnel durch die Felsabschnitte gesprengt wurden, die für einen Oberflächenweg zu eng oder zu überhängend waren.
Genau diese industriezeitalterliche Zugänglichkeit macht die Partnachklamm wirklich beeindruckend statt nur malerisch. Der Weg führt durch gesprengte Felstunnel, entlang schmaler Simse direkt über dem Fluss und hinter kleinen Wasserfällen. Man fühlt sich von der Schlucht eingeschlossen statt sie einfach von einem Aussichtspunkt aus zu betrachten. Die 700-Meter-Länge vergeht schnell, aber intensiv.
Die Schlucht ist auch ungewöhnlich in Bayern, weil sie ganzjährig geöffnet ist. Dort, wo viele Schluchtattraktion im Winter wegen Eisgefahr schließen, bleibt die Partnachklamm in Betrieb — und der Winter ist nach vielen Berichten die dramatischste Besuchszeit. Die Eisformationen, die sich von Dezember bis Februar an Tunnelwänden und Felsflächen aufbauen, können außerordentlich sein und verwandeln die Schlucht in eine skulpturale Umgebung, die sich sehr von der Sommervariante unterscheidet.
Ehrliche Einschätzung: Bei 6 € Eintritt und 30 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Garmisch ist die Partnachklamm eines der besten Preis-Leistungs-Naturerlebnisse in den Bayerischen Alpen. Die meisten Besucher, die speziell für die Zugspitze nach Garmisch kommen, verpassen sie. Das ist ihr Verlust. Tagesausflug nach Garmisch und Zugspitze ab München — kombiniert mit lokalen Sehenswürdigkeiten
Anreise zur Partnachklamm von Garmisch
Die Schlucht liegt 2,5 Kilometer südlich des Bahnhofs Garmisch-Partenkirchen. Es gibt drei Möglichkeiten zur Anreise:
Zu Fuß (empfohlen): Vom Bahnhof Garmisch dem ausgeschilderten Weg nach Süden entlang der Olympiastraße folgen. Der Weg ist für den Großteil der Route flach und gepflastert — man folgt dem Fluss Partnach stromaufwärts durch den Talboden. Am Olympia-Skistadion setzt sich der Weg südlich neben dem Fluss auf einem Schotterweg fort. Der Fußweg vom Bahnhof zum Schluchteneingang dauert etwa 30–40 Minuten. Es ist eine angenehme Annäherung, die den Fluss und die Berge zeigt, bevor die eigentliche Schlucht beginnt.
Per Pferdekutsche: Im Sommer (grob April bis Oktober) fahren traditionelle Pferdekutschen (Kutschen) vom Bereich nahe dem Olympia-Skistadion zum Schluchteneingang. Der Preis beträgt ca. 6–8 € pro Person (einfach). Das ist eine angenehme Abwechslung für Kinder, die das genießen würden, oder wenn Mobilität den Fußweg erschwert. Die Kutschen fahren im Winter nicht.
Mit dem Auto: Es gibt begrenzte Parkplätze nahe dem Skistadion, etwa 500 Meter vom Schluchteneingang. An Sommerwochenenden füllen sie sich bis Vormittag. Die Anreise mit dem Zug aus München ist viel einfacher — der Regionalzug dauert etwa 90 Minuten ab Münchner Hauptbahnhof und der Bahnhof Garmisch ist der Ausgangspunkt des Spaziergangs.
Ab München: Die Bayerische Oberlandbahn (BOB) fährt stündlich zwischen Münchner Hauptbahnhof und Garmisch-Partenkirchen. Die Fahrtzeit beträgt etwa 90 Minuten. Ein Bayern-Ticket deckt die Fahrt ab 9 Uhr. Es ist kein separater Einlass erforderlich, bis man am Schluchteneingang ankommt.
Der Spaziergang durch die Schlucht
Eingang und Ticket: Das Kassenhäuschen der Partnachklamm befindet sich am Schluchteneingang, einem Steingebäude an dem Punkt, wo sich das Tal verengt und die Schlucht beginnt. 2026: Erwachsenenticket 6 €, Kinderticket (6–14 Jahre) 3 €, unter 6 in der Regel kostenlos. Öffnungszeiten typischerweise 8 bis 18 Uhr im Sommer (verkürzt im Winter — aktuelle Zeiten prüfen, besonders von November bis Februar).
Der Weg: Der Weg durch die Schlucht ist eine Kombination aus:
- Natürlichen Felssimsen, die zu Gehwegen ausgebaut wurden und mit Metallgeländern gesichert sind
- Felstunneln, die durch zu enge Abschnitte für einen Oberflächenweg gesprengt wurden
- Holzbrücken über den Fluss an mehreren Punkten
- Aussichtsplattformen an spezifischen Stellen, wo der Fluss unten besonders dramatisch ist
Der Weg ist technisch nicht schwierig, erfordert aber sicheres Auftreten. Der Weg ist durchgehend feucht — die eingeschlossene Schlucht hält die Oberfläche durch Sprühwasser und Sickerwasser dauerhaft nass. Bei trockenem Sommerwetter genügt eine leichte Regenjacke. Bei Nässe oder im Winter sind vollständige Regenkleidung und wasserdichte Schuhe wirklich notwendig — der Unterschied zwischen einem angenehmen Besuch und einem klitschnassen Elend.
Der Fluss: Die Partnach fließt am Boden der Schlucht in einem kontinuierlichen Rauschen. Das Geräusch in den eingeschlossenen Abschnitten ist erheblich — in den engsten Stellen sind Gespräche schwierig. Die Wasserfarbe variiert je nach Jahreszeit: milchblau durch Gletscherschmelzwasser im Spätherbst und Frühsommer, klarer und leicht niedriger im Spätsommer und Herbst.
Fahrtrichtung: Die meisten Besucher betreten die Schlucht von der Talbodenebene (Südseite) aus und gehen durch bis zum Graseck-Plateau darüber. Der Weg durch die Schlucht ist in Stoßzeiten in eine Richtung. Vom Ausgang aus kann man auf einem anderen Weg durch den Wald zurückgehen, der zurück zum Talboden führt — eine Rundtour.
Winter in der Partnachklamm
Das Winter-Schluchterlebnis ist es wert, separat zu beschreiben, weil es sich so sehr von der Sommervariante unterscheidet.
Von etwa Dezember bis Februar verursachen kalte Temperaturen, dass das Sprühwasser und das Sickerwasser in der Schlucht an den Felsoberflächen gefrieren. Eis bildet sich an den Tunnelwänden und baut sich in Schichten über Wochen auf, bis Formationen in den kältesten Wintern 1–3 Meter dick werden. Eiszapfen wachsen von Überhängen; Eiskaskaden bilden sich dort, wo kleine Bäche in die Schlucht eintreten. Der Weg wird gestreut, aber Abschnitte können eisig sein — Steigeisen oder Schuh-Greifsysteme (in manchen Jahren am Eingang zu leihen, oder eigene mitbringen) werden dringend empfohlen.
Der optische Effekt ist außergewöhnlich. Die Schlucht im Winter ist eine völlig andere Umgebung als im Sommer — weiß und blau, wo sie grün und grau war, ruhig, wo sie donnerte (niedrigere Wasserspiegel reduzieren den Lärm). Die Besucherzahlen fallen erheblich, was die Atmosphäre weiter steigert.
Praktische Winterhinweise: Der letzte Einlass im Winter ist typischerweise um 16 Uhr oder früher (aktuelle Zeiten prüfen). Warm anziehen — Temperaturen im Schluchteninneren können mehrere Grad unter null liegen, auch wenn der Tag im Tal über dem Gefrierpunkt ist. Die Pferdekutschen fahren im Winter nicht; der Fußweg vom Bahnhof Garmisch ist der einzige Anreiseweg.
Nach der Schlucht: das Graseck-Plateau und die Seilbahn
Der Schluchtenweg endet auf dem Graseck-Plateau, einem Wiesenbereich auf etwa 750 Metern mit Blick zurück auf Garmisch und zur Zugspitze. Vom Plateau aus fährt eine kleine Seilbahn (Graseckbahn) in das Tal hinunter — eine Route, die ursprünglich für das Hotel Graseck auf dem Plateau gebaut wurde. Die Seilbahn kostet ca. 4 € und bietet eine andere Rückkehr in das Tal.
Das Graseck-Plateau selbst hat einige Wanderrouten, die weiter in die Berge führen — das sind die Annäherungswege für das Reintal-Tal und schließlich zur Knorrhütte und dem Zugspitzgipfel. Für die 2-tägige Zugspitzwanderung ist die Partnachklamm der übliche Ausgangspunkt. Den Garmisch-Wanderleitfaden für detaillierte Weginfos und Schwierigkeitsbewertungen lesen.
Die Partnachklamm mit einem Zugspitze-Tagesausflug kombinieren
Die Partnachklamm liegt 2,5 Kilometer vom Bahnhof Garmisch. Die Zugspitzbahn-Zahnradbahn-Station befindet sich neben dem Bahnhof Garmisch. Diese zwei Attraktionen können an einem einzigen Tag kombiniert werden, aber das Timing erfordert Planung.
Empfohlene Reihenfolge: Um 9 Uhr in Garmisch ankommen. Zur Schlucht gehen (30–40 Minuten), die Schlucht durchgehen und bis 11:30 Uhr zum Talboden zurückkehren. Zurück zum Bahnhof Garmisch und die Zahnradbahn nehmen (oder Bus zum Eibsee für die Seilbahn) für die Zugspitze. Um 13:00–13:30 Uhr am Gipfel ankommen. Um 16:00–17:00 Uhr von der Zugspitze nach Garmisch zurückkehren für den Zug zurück nach München.
Das ist machbar, aber eng. Wer einen entspannteren Tag möchte, sollte die Schlucht an einem Ausflug und die Zugspitze an einem anderen machen — beide können als separate Tagesausflüge ab München über die gleiche Zugstrecke unternommen werden.
Für die vollständige Zugspitzelogistik den Zugspitze-Tagesausflugleitfaden lesen. Private Garmisch- und Zugspitze-Tour mit lokalen Highlights
Was sonst noch in Garmisch-Partenkirchen zu sehen ist
Garmisch-Partenkirchen ist eine Doppelstadt — Garmisch und Partenkirchen waren separate Dörfer, bis sie für die Olympischen Winterspiele 1936 zur Fusion gezwungen wurden. Sie behalten bis heute unterschiedliche Charakterzüge.
Partenkirchener Altstadt: Das ältere der beiden Ortschaften, Partenkirchen, hat eine historische Ludwigstraße mit Lüftlmalerei-Fassaden — der traditionellen bayerischen Freskomalerei an Außenwänden. Die Gemälde zeigen meist religiöse Szenen und lokale Legenden aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Partenkirchen liegt 15 Minuten zu Fuß östlich vom Bahnhof Garmisch.
Olympia-Skistadion: Die Olympischen Winterspiele 1936 fanden hier statt, und die ursprüngliche Skisprungschanze und das Stadion sind noch vorhanden — heute für internationale Skispringwettbewerbe genutzt (die Vierschanzentournee nutzt die Garmischer Schanze am 1. Januar jeden Jahres). Außerhalb der Wettkampfzeiten ist das Gelände für Spaziergänge offen.
Der Philosophenweg: Ein flacher Spazierweg (der „Philosophenweg”) entlang der Loisach durch die Garmsicher Innenstadt, nützlich für einen angenehmen 30-minütigen Spaziergang bei Wartezeiten zwischen Zügen.
Für ein vollständiges Bild der Wandermöglichkeiten in der Gegend über die Partnachklamm hinaus deckt der Garmisch-Wanderleitfaden Routen aller Schwierigkeitsstufen ab.
Anreise nach Garmisch aus München für diesen Besuch
Die Fahrt von München nach Garmisch-Partenkirchen mit dem Regionalzug dauert etwa 90 Minuten. Züge fahren stündlich vom Münchner Hauptbahnhof den ganzen Tag. Ein Bayern-Ticket gilt ab 9 Uhr und ist die wirtschaftlichste Option für einen Tagesausflug, besonders wenn man kein Zugspitze-Gipfelticket kauft.
Der Bayern-Ticket Guide erklärt die vollständige Abdeckung und wie man ihn den ganzen Tag nutzt.
Rückzüge: Der letzte sinnvolle Rückzug von Garmisch nach München fährt typischerweise gegen 21–22 Uhr. Der Service ist zuverlässig und Sitzplätze erfordern keine Reservierung außer in Stoßzeiten der Haupturlaubsperioden.
Häufig gestellte Fragen zur Partnachklamm
Wie lang ist der Spaziergang durch die Partnachklamm?
Die Schlucht selbst ist 700 Meter lang. Das Durchgehen dauert ca. 30–45 Minuten. Vom Bahnhof Garmisch sollte man insgesamt 2–3 Stunden einplanen, für Hin- und Rückweg sowie die Schlucht.
Ist die Partnachklamm im Winter geöffnet?
Ja. Die Partnachklamm ist ganzjährig geöffnet. Der Winter ist eine der dramatischsten Besuchszeiten mit Eisformationen an den Tunnelwänden. Wasserdichte und warme Kleidung mitbringen.
Ist die Partnachklamm für Kinder geeignet?
Ja, für Kinder ab 5 Jahren mit angemessener Fitness. Der Weg hat enge Abschnitte und kann rutschig sein. Sehr kleine Kinder und Kinderwagen sind nicht praktikabel. Kinder von 6–14 Jahren zahlen 2026 3 €.
Was soll ich für die Partnachklamm tragen?
Wasserdichte oder wasserabweisende Kleidung ist unbedingt erforderlich. Der Schluchtenweg ist dauerhaft durch Flusssprühwasser feucht. Wasserdichte Schuhe werden dringend empfohlen. Im Winter sind vollständige Regenkleidung und warme Kleidung notwendig.
Wie komme ich vom Garmischer Bahnhof zum Eingang der Partnachklamm?
30–40 Minuten zu Fuß südlich vom Bahnhof Garmisch entlang der Olympiastraße und dann dem Flussweg. Oder im Sommer per Pferdekutsche vom Bereich nahe dem Olympia-Skistadion.
Kann man die Partnachklamm als Ausgangspunkt für Zugspitzwanderungen nutzen?
Ja. Die Schlucht verbindet sich mit dem Reintal-Tal-Wegsystem, das zur Knorrhütte und letztendlich zum Zugspitzgipfel führt — ein anspruchsvoller mehrstündiger Aufstieg, der am besten für erfahrene Wanderer geeignet ist.
Gibt es Parkmöglichkeiten an der Partnachklamm?
Begrenzte Parkmöglichkeiten sind nahe dem Olympia-Skistadion, 500 Meter vom Schluchteneingang, verfügbar. Sie füllen sich an Sommerwochenenden schnell. Die Anreise mit dem Zug aus München ist viel einfacher.
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